Ehrlich: mehr für Alle

Mit Zweit- und Drittverwertung von Inhalten mehr potenzielle Zuschauer erreichen

Als Streamer weiß man, wie schwer es sein kann, ständig neue Inhalte zu erstellen. Hat man schließlich mit Schweiß und Mühen den optimalen Content erstellt, will man auch möglichst große Effekte mit ihm erreichen. Ich zeige Dir ein paar Tipps und Tricks, wie Du möglichst viel Output aus deinem Inhalt generierst.

Was ist Zweit- und Drittverwertung?

Von Zweit- oder Drittverwertung spricht man, wenn man einen Inhalt, welcher eigentlich für X erstellt wurde, auch auf Y verwertet. Wer aber einfach nur seine Inhalte kopiert und erneut veröffentlicht, begeht Fehler. Copy/Paste-Veröffentlichungen sorgen für gelangweilte Zuschauer und abtrünnige Suchmaschinen.

Viel mehr geht es darum, für jeden Veröffentlichungsort den Kerninhalt entsprechend anzupassen. Das klingt jetzt erstmal aufwändig, kann aber leicht ein sinnvolles Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen haben. Beziehungsweise kurbelt dies sogar deine Contentproduktion erst richtig an. Ich zeige Dir nur 2 Beispiele für mögliche Herangehensweisen. Betrachte sie und Du erkennst, wie leicht Du Ideen & Inhalte entwickeln kannst.

Tipp: Um Inhalte zu ordnen und zu organisieren nutze ich Onlinetools. In meinem Discord habe ich ein Whiteboard, auf welches ich und meine Helfer Ideen schreiben können. Dieses Whiteboard gehe ich immer noch einmal am Monatsende durch; lese und bedenke die Dinge nochmal, lösche alte Dinge. In Trello, dem MindMapMaker oder in einer Tabelle auf Google-Drive arbeite ich, wenn ich aus einem Thema konkret etwas forme bzw. in ein mein digitales Dasein einbaue. Dies ermöglicht mir eine fokussierte Vorgehensweise.

Diagramme
Diagramme, egal ob auf Papier oder digital, helfen bei der Ideenfindung, Gliederung und Planung.

Beispiel 1: Inhalt von klein nach groß wachsen lassen

Erstmal hast Du nur Bilder von irgendetwas. Pokemons oder Animecharaktere als Beispiel. Diese magst Du erstmal generell im Stream zeigen und besprechen.

Das Du darüber einen Tweet oder einen Post bei Instagram oder Facebook raushauen kannst, ist Dir klar? Egal ob mit fancy Bild dazu oder nicht. Mit einem ansprechenden Bild könntest Du aber viele Dinge machen…

Wenn Du jetzt schon ein Bild hast und weißt, über was Du dann im Stream eh redest (spätestens nach der Sendung weißt Du es): wie wäre es mit einer Aufstellung der Deiner Meinung nach coolsten Figuren? Und statt das auf einen Schmierzettel zu knallen, schreibst Du es als Liste auf eine (kostenlose oder premium) Website oder die hive-Blockchain.

Jetzt hättest Du mit diesem Artikel sogar schon eine Art Script für ein kurzes TikTok, ein YouTube Short oder gar ein längeres Video.

Spätestens jetzt bist Du an einem Punkt angekommen, an dem Du Dich so viel mit deinen Pokemons beschäftigt hast, dass Du auch direkt den nächsten Contentbereich auskoppeln kannst: „Die krassesten Spezialfähigkeiten von X“, „Y & das Geheimnis seiner roten Farbe“, „Die unbekannte Seite von Z“ usw.

Mit dieser Methode musst Du Dich nicht immer in ein neues Thema einarbeiten, bist Du produktiv und hast verwendbare Erfolge, auch nach kleinen Schritten. Wenn Du siehst wie der Inhalt ankommt, kannst Du flexibel nachlegen oder das Thema einstellen ohne Vorbereitungen und Contentplan von Wochen und Monate verwerfen zu müssen.

Beispiel 2: Vom Hauptinhalt ausgehen

Du weißt ganz genau, über was Du wo berichten magst, hast Deinen hohen Qualitätsstandart und für Deinen primären Veröffentlichungsort Inhalt erstellt. Dieser Inhalt ist genau für diesen Zweck und diesen Ort. Streamer machen das oft genau so für ihre Streams. Aber spätestens wenn das VOD abgelaufen ist und die Clips im digitalen Dunkel verstauben, ist all die Arbeit ungesehen. Ja, sie hat eventuell gute Arbeit geleistet, ist nun aber im digitalen Nirvana…

Gerade hier sollte man aus seinem mühevoll erstellten Inhalten noch Zweitverwertungen machen. Oder zumindest Auskopplungen. Inhalte erschaffen, welche auch in einer langen Zeit noch wirken können. Wenn Du einen News-Stream hast, dann ist das eh Schnee von gestern. Viele andere Themen können aber dauerhaft gültig sein und Veröffentlichungswert haben. Diesen sollte man auch mitnehmen, statt seine Arbeit zum Großteil verpuffen zu lassen.

Tomorrow starts now

Der Aufwand…

Natürlich entsteht weiterer Content nicht einzig durch Gedankenkraft. Sicherlich muss man den Inhalt auch erstellen – und genau hier liegt das Geheimnis. An Sorgfalt und Qualitätsanspruch sollte man meiner Meinung nach nicht sparen. Was man sich aber sparen kann, sind unkoordiniertes Vorgehen und unnötige Arbeitsschritte. Sei Dir zudem sicher: heute brauchst Du für eine neue Tätigkeit noch lange. Nach ein paar Wiederholungen wird alles aber wesentlich schneller gehen.

Beachte ebenfalls: wenn Du tust, sollte es Dir keine Last sein. Sondern eine Freude, den Inhalt zu erschaffen. Mach das, worin Du Dich engagieren möchtest. Ist Dein Handeln gegen Deinen Willen, wirst Du wahrscheinlich nicht lange durchhalten und keine guten Leistungen erzielen.

Tipp: Um Inhalte zu ordnen und zu organisieren nutze ich Onlinetools. In meinem Discord habe ich ein Whiteboard, auf welches ich und meine Helfer Ideen schreiben können. Dieses Whiteboard gehe ich einmal im Monat durch; lese und bedenke die Dinge nochmal, lösche alte Dinge. In Trello oder in einer Tabelle auf Google-Drive arbeite ich, wenn ich aus einem Thema konkret etwas forme. Dies ermöglicht mir eine fokussierte Vorgehensweise.

Kein Copy/Paste, sondern Anpassung

Jede Veröffentlichungsplattform hat seine eigenen Regeln, wie und warum dort Inhalte funktionieren – oder eben nicht. Eine jede Plattform hat nicht nur den eigenen optimalen Veröffentlichungszeitpunkt. Die Konsumenten wollen auch entsprechend Inhalte konsumieren. Die Plattform will ihre Inhalte entsprechend anzeigen: unterschiedliche Bildgrößen oder unterschiedlich viel Platz für den Anreißer (eine knackige Einleitung) des Inhalts. Ich kann hier keinen Social-Media-Komplettkurs im Artikel unterbringen, aber um die mögliche Komplexität mal knapp anzudeuten:

Twitter mag nicht mehr als 280 Zeichen, Bilder (zzgl. Text) funktionieren gut, Hashtags sind wichtige Eyecatcher und technisch wichtig. Facebook findet es uncool, Videos von YouTube anzuzeigen. Dafür sind hier die Hashtags… ach vergessen wir es. User wollen dort auch keinen Textumfang, wie Du ihn Dir in deinem Blog erlauben kannst. Hive braucht einen relativ hohen Schöpfungswert, um gut zu funktionieren; ein Übermaß an Aufwand lohnt aber kaum. Hier sind die Tags extrem wichtig. Bei 3speak.tv muss man davon ausgehen, dass die Videos irgendwann verschwinden. Reddit ist wieder eine komplett andere Möglichkeit, mit einer komplett anderen Dynamik. Discord eine weitere Veröffentlichungsmöglichkeit – hier funktionieren die Dinge aber über persönliche Verbindungen.

Tipp: Wie man es schafft, lange Zeit tätig zu sein und sein Ding durchzuziehen? Die Antwort ist einfach: das machen, was man will.

Content: der langfristige Effekt

Als Streamer braucht man nicht darauf hoffen, dass die eigene Sendeplattform einen in den Götterstatus oder auf die Startseite erhebt. Für Sichtbarkeit und „Marktoberfläche“ musst Du selbst sorgen. Da Du nun konstant auch Inhalte für anderweitige Plattformen generierst, ist es Dir nun möglich für den Ort zu werben, auf welchen Du Deinen Fokus legen möchtest. Überall wo Du Inhalt hinterlässt, wirst Du Präsenz aufbauen und Dich profilieren können. Dein Ding sind Pokemon-Streams? Profiliere Dich zum Pokemon-Experten. Eher Retro-Games oder Seelsorge? You get it!

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